Home » Gedanken » Algen als Wettermacher vs. Frankenstein

Algen als Wettermacher vs. Frankenstein

Der Spiegel Online hat heute einen Artikel zum Thema “Neulich im Ozean” veröffentlicht.

Es geht darum, wie Algen das so gebeutelte Klima unserer Erde regulieren. Die kleinen Einzeller machen das, in dem sie einen Schwefelhaltigen “Schweiss” absondern, wenn ihnen zu warm wird. In Verbindung mit der Arbeit fleissiger Bakterien entsteht daraus ein Klimawirkstoff, der in die Luft aufteigt.

Dieses Dimethylsulfid (DMS) bindet kleine Wassertröpfchen in der Luft, sodass Wolken entstehen, die die Wärmeeinstrahlung der Sonne verhindern, und die kleinen Algen müssen so nicht mehr schwitzen.

Nun kamen einige Frankensteins der Wissenschaft wieder auf die glorreiche Idee, der Erde ins Handwerk zu pfuschen. Sie haben vor, die gigantischen Algenkulturen unter Wasser mit einem Eisendünger zu füttern, damit sie sich prächtig entwickeln, und so gegen unseren Treibhauseffekt arbeiten.

Das klappt allerdings nicht, den das Algenthermostat ist für eine funktionierende Welt konzipiert worden, und nicht als Notkühlaggregat für nen alten Schrottplaneten.

Als ich das gelesen habe war ich froh!

Mal angenommen, man würde Eisendünger ins Wasser kippen. Das gäbe viele Algen, und somit viele Wolken. Ab da gibt es zwei parallele Bewegungen. Über und unter Wasser.

Viele Algen bedeutet viel Futter für bestimmte Fische, wir sorgen also für die Artenvielfalt. Oder nicht? Welche Fische vermehren sich dann, und was hat das für Auswirkungen? Wir haben auch die fiesen Harlekinkäfer nach Europa geschleppt, die nun unsere Marienkäfer ausrotten… Danke!

Über Wasser bekommen wir Wolken. So wird zu mindest das ganze Süßwasser der schmelzenden Polkappen gebunden, und der Wasserspieleg bleibt konstant. Wird also nix mit Capuccino und Blick aufs Meer vom Kölner Dom aus.

Die Frage ist aber auch, was machen denn all die Wolken? Wollen und können wir dann noch draußeen sitzen und Capuccino schlürfen?

Und, sollte das alles klappen, ist das dann die Berechtigung, mit unserer Klimapolitik weiter zu machen, wie bisher?

Mittlerweile haben wir gelernt, dass Algen schitzen, dass sie das Klima regulieren, und dass es unglaublich raffinierte Techniken gibt, wie die Welt sich reguliert.

Was wir aber scheinbar nur schwer verlernen können ist der Leitsatz: “Macht euch die Erde Untertan.”

Der Gedanke, wie Frankenstein an der Schöpfung herumzubasten scheint eine echte Besessenheit des modernen Menschen zu sein.
Das Eingreifen in intakte Rückkopplungsprozesse ist in meinen Augen ein Größenwahn der “aufgeklärten Wissenschaft”.

Die Folgen dieses Größenwahns müssen wir gerade ausbaden… und wir kämpfen mit den selben Mitteln, die uns hier her gebracht haben?

Wer besseres Klima will, der soll nicht die kleinen Algen arbeiten lassen, der soll gefälligst als Individuum entsprechen Verantwortung übernehmen.

Gedanken , , , , ,

Keine Kommentare to “Algen als Wettermacher vs. Frankenstein”

Leave a Reply

(erforderlich)

(erforderlich)