Vergessen-im-Internet
Gestern habe ich eine interesante Seite unserer Regierung gefunden, genauer gesagt, initiiert vom BMI.
Unsere Regierung macht sich Sorgen über Daten, die endlos im Netz gespeichert bleiben, und für manche Person Hemmnis für eine schillernde Zukunft sein können.
Um in den Dialog mit Experten zu treten, kann man sich auf der Seite “Vergessen-im-Internet” anmelden, um zu überlegen, wie technische Schutzvorrichtungen ausehen können, oder ob und wie man sich neue Verhaltensweisen aneignen könnte.
Hier mein Beitrag:
Lieber Herr Dr. Friedrich,
die Nachhaltigkeit von Daten im Netz ist tatsächlich ein großes Problem, wenn man die Situation aus der Sicht eines Politikers betrachtet. Ich stelle es mir schlimm vor, dass die Bürger jahrzentelang nachvollziehen können, wer wann ein Wahlversprechen nicht gehalten, oder wer seine Doktorarbeit gefälscht hat.
Eine Lösung ist also Notwendig, aber von technischer Seite her nur mit Mitteln machbar, die wir aus China oder anderen konsequenten Diktaturen importieren müssen.
Die Frage nach dem Verhaltenswechsel ist also die wirklich gute Idee, die deshalb schon seit einiger Zeit im Netz diskutiert wird.
Währen dieser Diskussion haben sich 4 Grundregeln herauskristallisiert:
- sei nett
- sei autentisch
- sei ehrlich
- sei transparent
Ja, das sind genau die gleichen Punkte, die in Ihrer inoffiziellen Politikerfiebel im Kapitel: “Was unbedingt zu vermeiden ist” stehen.
Sollten Sie sich Klarheit über die Bedeutung der Begriffe verschaffen wollen, gucken Sie einfach bei Wikipedia (www.wikipedia.de) nach, wir teilen unser Wissen gerne mit Ihnen. Und die Kultur von Wikipedia ist repressiv genug, dass Sie keinen Kulturschock erleiden.
Gegen die Grundsätze von Ehrlichkeit und Autenzität verstößt zum Beispiel auch schon das Erstellen einer Webseite, die den Eindruck erwecken soll, die Politik suche ein ernsthaftes Gespräch mit der Online-Community.
Politiker sind die Handlanger der Lobbyisten, die Laufburschen der wirklich Mächtigen, die sich einen Dreck um die Meinung des Volkes scheren.
Die Seite “Vergessen im Internet” zeigt, wie schlecht Sie vorbereitet sind. Denn das, was sie hier im Dialog über Crowdsourcing erarbeiten wollen, gibts schon längst.
Wer etwas wissen will, sollte zunächst erst mal Informationen suchen und bereit sein, hin zuhören.
Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, wem die Politik zuhört: den Lobbyisten. Nicht dem Volk.Warum sollte also eine Crowdsourcing-Seite glaubhaft sein? Wo bleibt Ihre Autenzität?
Mein Lösungsvorschlag ist folgender:
Fangen Sie einfach damit an, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Das fördert die Ehrlichkeik, die Transprenz, und so kommt die Autenzität von alleine.
Wenn Sie aber tatsächlich den Weg ins WEB2.0 suchen, dann ziehen Sie den Anzug aus und kommen Sie rüber. Sie sind hier gerne willkommen, wenn sie sich integrieren können.Das kennen Sie irgendwoher, oder?
Oder Sie überlassen das Netzwerken denen, die sich damit genuso gut auskennen, wie Sie es in Ihrem hierarchischen System tun.
Das hätte den Vorteil, dass die kollektive Intelligenz des Netzwerkes Lösungen findet, die Sie mit Hilfe Ihrer hierarchischen Struktur mit leichtigkeit umsetzen können.
Das würde aber bedeuten, dass der Wille des Volkes an Bedeutung gewinnt, und die Regierenden bereit sind, nach diesem Willen zu handeln.
Wenn das ginge, müssten wir allerdings überdenken, ob wir eine solche Staatsform dann immernoch “Demokratie” nennen wollen, denn mit dem, was jezt gerade läuft, wird das nicht mehr viel zu tun haben.
Eigentlich wollte ich ja mit den Worten schließen:
“Geniessen Sie ihre Zeit, die Sie noch haben, und dann treten Sie würdevoll ab, wie es von einer echten Persönlichkeit erwartet wird.”, doch das würde gegen Verhaltensweise 1 verstoßen.
So sage ich:
“Ich freue mich, Sie in der virtuellen Welt begrüßen zu dürfen und bin gespannt auf eine gute Zusammenarbeit!”
Herzliche Grüße,
Tobias Würtz

Hallo Tobias,
da klingt ja viel Polikerfrust raus! Ich denke, Deine Schlußfolgerungen gehen in die falsche Richtung. Die Frage ist für mich nicht, ob ein mehr an Mitbestimmung und -beteiligung noch Demokratie ist, natürlich ist sie das!
Sondern wie entdemokratisiert -trotz formaler Demokratie- die Politik im Moment ist und wie es gelingt sie wieder zu “re-demokrisieren.
Nicht die Demokratie ist der Fehler, sondern wie in den letzten Jahren damit umgegangen wird.
Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
erst mal entschuldigung, dass ich Deinen Kommentar so spät freigegeben habe. Ich muss wieder üben, mit nem Blog umzugehen.
In der Tat ist das Schreiben von Enttäuschung, Frust und vor allem Sarkasmus geprägt.
Die Schlussfolgerung, die Du ansprichst, hätte ich vielleicht etwas präziser formulieren sollen, und dafür den Sarkasmus weglassen…
lar ist eine Demokratie, so wie sie im Grunde definiert ist, ne ganz gute Sache. Der Kern der Fragestellung geht in der Tat dahin, wie re-demokratisiere ich unsere Gesellschaft.
Hierzu gibt es einen schönen Anfang auf der Seite des Bundestages
http://www.bundestag.de/internetenquete/Zeitplan_fuer_die_Online-Buergerbeteiligung/index.jsp
die den Bürgern die Chance zur aktiven TEilnahme gibt.
Das find ich eher einen Anfang, als das dahingewurschtelte “Vergessen-im-Internet”
Liebe Grüße,
Tobias
Hört sich fast so an, als meinst du sowas hier:
http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/volksverdummung/2612-ist-deutschland-demokratisch.html